Mit anderen Augen sehen

Manchmal muss man etwas nur genauer anschauen, um es zum ersten Mal wirklich zu sehen.

Beim zweiten Photo Walk & Talk wurde das besonders deutlich: Eine Teilnehmerin entdeckte an einem der sogenannten „Leipziger Häuser“ am Mühlberg eine ungewöhnlich schräg verlaufende Wand. Statt rechtwinklig nach hinten zu führen, steht sie in einem auffälligen Winkel. Das Erstaunliche daran: Sie kennt das Haus seit ihrer Kindheit – und hatte diese Besonderheit trotzdem noch nie wahrgenommen.

Genau darum ging es bei unserem gemeinsamen Fotospaziergang: Zwönitz einmal mit anderen Augen zu betrachten. Von MITTENDRIN aus führte uns die von Anke zusammengestellte Runde über den Markt, den Roßhof und die Kirchstraße zum Neumarkt mit dem Pferdebrunnen und anschließend über den Mühlberg zurück.

Anke erzählte, dass sie sich schon in ihrer Jugend für Fotografie interessiert und damals viel fotografiert hat. Unterwegs tauschten wir uns über Motive, Bildausschnitte und Kameraeinstellungen aus, darüber, was die Automatik kann und wann es sich lohnt, selbst einzugreifen. Vor allem aber ging es ums bewusste Hinschauen.

Denn in einer Zeit, in der täglich unzählige Fotos entstehen und im Internet zu fast jedem Motiv bereits Bilder zu finden sind, stellt sich auch die Frage: Was macht ein gutes Foto eigentlich aus? Vielleicht ist es nicht die technische Perfektion, sondern der eigene Blick, der besondere Moment oder die Geschichte, die ein Bild erzählt.

Zurück im MITTENDRIN schauten wir uns schließlich einige der entstandenen Fotos über den Beamer an und kamen dabei noch einmal ins Gespräch. Ein paar technische Anlaufschwierigkeiten konnten uns ebenso wenig die Laune verderben wie die kleinen Regentropfen zu Beginn unseres Spaziergangs.

Der zweite Photo Walk & Talk hat gezeigt: Man muss nicht weit gehen, um Neues zu entdecken. Manchmal reicht es, die vertraute Umgebung einmal bewusst durch eine Kamera zu betrachten oder im Nachgang eine interessante Veranstaltung am Speicher zu besuchen.

Und vielleicht sehen wir beim nächsten Mal noch ein paar mehr bekannte Ecken plötzlich mit ganz neuen Augen. Wer Lust auf Fotografie, gemeinsames Entdecken und Austausch hat, ist herzlich willkommen.

Stadt-Ensembles: Kulisse des Alltags




Die Natur ist die beste Künstlerin.



Pferdebrunnen mit Perspektive


Zeitzeugen. Hinter jeder Tür wartet eine neue Geschichte.





Spektakuläres danach!