Sommerliches Erzählcafé

Unter dem Motto „Mein schönster Sommer“ traf man sich im MITTENDRIN. Was zunächst nach einem einfachen Thema klingt, wurde schnell zu einer Reise durch viele Jahrzehnte voller besonderer Momente.

Bevor die Erinnerungen lebendig wurden, führte Moderatorin Regina wie gewohnt durch eine kleine Vorstellungsrunde. Jeder nannte seinen Vornamen und ergänzte spontan, was für ihn zu einem schönen Sommer gehört: Sonne, Wasser, Gesundheit, Zeit zum Stromern, Urlaub, Familienfeiern – oder auch ein kräftiges Sommergewitter.

Regina stellte eine interessante Frage: Warum sprechen wir eigentlich kaum vom „schönsten Herbst“ oder „schönsten Winter“? Vom Sommer erwarten wir offenbar etwas Besonderes.

Und genau diese besonderen Momente wurden anschließend miteinander geteilt.

Die Geschichten hätten unterschiedlicher kaum sein können. Gisela, inzwischen über 90 Jahre alt, erinnerte sich sofort an den Sommer 1978, als sie auf einem Hausboot übernachtete. Ihre gleichaltrige Tischnachbarin Brunhilde erzählte von einem ganz anderen Abenteuer: Mit 80 Jahren stieg sie zum ersten Mal in ein Flugzeug und besuchte ihre Enkeltochter in der Schweiz – ein Erlebnis, das ihr bis heute in bester Erinnerung geblieben ist.

Andere erinnerten sich an Familienurlaube: eine mehrtägige Radtour nach Schwerin, eine Paddeltour auf einem Nebenfluss der Moldau. Wieder andere schwärmten von Wanderungen in den österreichischen Alpen, vom immer wiederkehrenden Urlaub in derselben Bergregion oder von Mittenwald in Bayern.

Doch längst nicht alle schönsten Sommer führten in die Ferne. Viele erinnerten sich an ihre Kindheit: morgens hinaus und erst abends wieder nach Hause, durch Wiesen und Wälder stromern, Ferienlager mit Baden und Neptunfest oder einfach den Sommer zu Hause genießen. Auch Erinnerungen an die Ostsee oder den Rhonegletscher sorgten für leuchtende Augen.

Jede Geschichte weckte neue Erinnerungen. Mal wurde herzlich gelacht, mal zustimmend genickt. Als eine Teilnehmerin erzählte, dass sie seit dem Ruhestand ihre Tage endlich nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten könne – mit Natur, Ausflügen und Marmeladekochen –, kam prompt der augenzwinkernde Einwurf ihrer über 90-jährigen Mutter: „Das ist gefährlich – die Marmelade schmeckt so gut, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu essen.“

Bei selbstgebackenem Pfirsich- und Johannisbeerkuchen wurde noch lange weiter erzählt.

Jeder durfte erzählen, niemand musste. Und manchmal ist Zuhören fast die größere Kunst – besonders dann, wenn einem gerade selbst eine passende Geschichte einfällt. Wer Lust auf gute Gespräche und einen Nachmittag voller Erinnerungen hat, ist beim nächsten Erzählcafé im September herzlich willkommen. Denn manchmal braucht es nur eine einzige Frage – und plötzlich ist der schönste Sommer wieder ganz nah.